Denis Sabur: „Wir müssen endlich in Gemeinschaft denken und handeln!“

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Ein Hoch auf unsere #Ehrenmenschen! Sie machen die Welt aktiver, bunter, liebevoller. Hand aufs Herz: Geht es um die Vergabe von unentgeltlichen Ehrenämtern, verpieseln sich viele von uns gern still und heimlich. #Ehrenmenschen aber packen an, krempeln die Ärmel hoch, sind einfach da. Und zwar für andere. Auch viele Friseur*innen setzen sich ehrenamtlich für die Belange ihrer Zunft, für Kolleg*innen und in Not geratene Menschen ein. Großherzig opfern sie ihre Freizeit, um Gutes zu tun und das Friseurhandwerk weiterzubringen. Die FMFM-Redaktion hat recherchiert und ruft aus: Ehre, wem Ehre gebührt! In Teil 1 der neuen Serie #Ehrenmensch schreibt FMFM-Artistin Denis Sabur, warum glühendes Engagement in der Innung die ganze Branche nach vorn bringen kann.

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Denis Sabur startete vor 11 Jahren als Salonunternehmerin in Bad Oeynhausen. Seit Anfang ihrer Selbstständigkeit ist sie engagiertes Innungsmitglied. Darüber hinaus bringt sie sich als Fachbeirätin und Mitglied im Prüfungsausschuss ein. Erst vor kurzem hat sie sich in der Friseurinnung Minden-Lübbecke zur stellvertretenden Obermeisterin wählen lassen. 2018 wurde sie zur „Unternehmerin des Jahres“ gekürt.

„Warum macht die Innung nichts?“

„Wie oft höre ich diese Frage von Kolleg*innen, die sich selbst zurücklehnen und oftmals noch nicht mal Innungsmitglieder sind! Jammern und kritisieren, statt selbst aktiv zu werden! Das ist einfach, führt aber zu nichts!

Gerade in so schweren Zeiten wie wir sie aktuell durchleben, können wir nur proaktiv etwas für unser Friseurhandwerk bewirken! Verbandsarbeit ist proaktiv, aber nur, wenn wir gemeinsam Power freisetzen und selbst dazu beitragen, das verstaubte Image, das den Friseurverbänden anhaftet, zu bereinigen! Denn in der Verbandsarbeit liegen Riesenchancen, den Weg zu politischen Entscheidungen zu verkürzen! Dafür müssen wir Innungen aber den Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks als Sprachrohr nach Berlin unterstützen.

Von einer befreundeten Kosmetikerin weiß ich, dass deren Branche keine vergleichbare Lobby hat, niemanden, der sich als Fürsprecher für sie einsetzt. Wir Friseure haben das! Und vernachlässigen es sträflich!

Ich habe mich daher jetzt zur stellvertretenden Obermeisterin wählen lassen, um noch mehr Unternehmer*innen zu motivieren, in Gemeinschaft zu denken und sich zu verbinden, um das Positive aus den Innungen herauszustellen. Denn nur gemeinsam können wir z. B. dem Ausbildungs- und Fachkräftemangel entgegenwirken und das Image der Friseurbranche wieder ins rechte Licht rücken.

Wir müssen die Ideologie des Friseurberufs neu definieren, ein authentisches Berufsbild schaffen, das vor allem Friseur*innen von morgen spannend und interessant finden! Im Rahmen meines Ehrenamts möchte ich dazu beitragen, bestehende Mitglieder zu aktivieren bzw. reaktivieren, aber auch neue Mitglieder zu gewinnen! Dazu werde ich mich mit vielen erfolgreichen Salonunternehmer*innen aktiv austauschen und sie miteinander vernetzen.

Gemeinsam mt unserem Vorstand und ausgewählten Kolleg*innen werde ich direkt in die Salons gehen und schauen, wo der Schuh drückt. Denn es ist höchste Zeit, an Themen wie Ausbildungsmangel und Wegbrechen von Fachkräften neu heranzugehen: Die Rahmenbedingungen reichen hier schon lange nicht mehr aus! Wir Chefs müssen viel intensiver und häufiger mit unseren Mitarbeitern reden! Ihnen die Sinnhaftigkeit erklären, warum z. B. Überstunden sein müssen und einen Anreiz für eine neue Sinnhaftigkeit schaffen. Denn wer Leistung will, muss Sinn bieten! Die Einsicht erfolgt dann automatisch!

Wir müssen zusammen neue Inspirationen finden und hier auch mit den Handwerkskammern kooperieren. Eine meiner Mitarbeiterinnen, Pia Kanbach, die für ihren Job brennt, ist nun von der Handwerkskammer offiziell zur Ausbildungsbeauftragten gewählt worden und wird von mir dabei begleitet und unterstützt. Unter anderem besucht sie allgemeine Schulen und hält flammende Vorträge, warum der Friseurberuf der schönste der Welt ist.

Wir sollten mit unserer ehrenamtlichen Verbandsarbeit dafür sorgen, dass der Friseurberuf ein neues Bild in unserer Gesellschaft erhält – und zwar das eines wertvollen, kreativen Berufs mit tollen Perspektiven für junge Menschen!

Gemeinsam müssen wir Lösungen finden und diese erarbeiten! Dazu möchte ich mit meinem Ehrenamt als stellvertretende Obermeisterin beitragen! Es wird immer viel zu viel im Kleinen geschaut! Mir fehlt in unserer Branche die übergeordnete Verbindung.

Ich hätte so gerne ein neues Dach für uns Friseur*innen, unter dem sich alle wohl und aufgehoben fühlen! Um das zu erreichen, muss aber jeder Verantwortung übernehmen und darf sich nicht verschließen! Sondern sich öffnen und auf die Wiederbelebung unseres schönen Handwerks einlassen! Dann können wir viel mehr bewegen…“

Eure Denis Sabur

Gemeinsam Gutes bewirken! Gemeinsam Gutes bewirken! ©Shutterstock