Alles, nur nicht Pudel!

Die Umformung ist zurück! Als Thema in den Hochglanzmagazinen und in Form von Trendlooks auf Catwalks und in sozialen Netzwerken. Allein in die Friseurstühle mag es die neue Lockenwelle namens „Langzeitstyling“ nicht so recht schaffen. Wir haben drei Friseure gefragt, welche Chance sie der alten/neuen Dienstleistung Umformung im Salon geben.

Pudel keine Chance! Umformung 2016 hat immer noch den Flair der 80er.

Pudel keine Chance! Umformung 2016 hat immer noch den Flair der 80er. © Fotolia

Ihr Name ist neu, die Wirkformel auch. Die Umformung alias Langstyling ist im Sommer 2016 aktueller denn je. Doch wie kommen die neuen Wellen beim Profi an?

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Umformung? Wenn, dann richtig!

„Wenn, dann nur die klassische Welle!“, Ralph-Joachim Hoffmann, Scissorys Friseure in Heilbronn

Von diesen neuen Wellen und Langzeitstyling halte ich überhaupt nichts! Da stehen für mich Aufwand, Mühe, Preis und Resultat in keinem Verhältnis. Eine solche chemische Belastung für das Haar –für einen Effekt, der nur 3 Wochen hält. Das macht für mich einfach keinen Sinn. Dann machen wir schon lieber Stylingwellen mit dem Glätteisen. Das dauert 5 Minuten und kostet bei uns im Salon je nach Haarlänge um die 28 Euro. Oder wir zeigen der Kundin, wie sie sich die Haare flechten und mit Sea Salt Spray einsprühen kann. Nach dem Trocknen hat sie auch wunderbare Beach Waves. Das belastet das Haar nicht. Was ich sehr wohl – übrigens als einziger bei uns im Salon – mache, ist die klassische Dauerwelle. Für Haare, die richtig Power und Stütze brauchen. Davon hat die Kundin wenigstens dauerhaft etwas. Wenn man damit, z. B. bei einem Longbob, für ein bisschen natürliche Bewegung sorgt, sieht man die Welle auch kaum rauswachsen. Eine gut gemachte Dauerwelle, die anschließend mit wirklich guten Pflegemitteln behandelt wird, ist bei einigen Kundinnen eine prima Basis für ein Styling mit Volumen und Sprungkraft.

Bislang nicht von Umformung überzeugt

„Ich bin eine überzeugte Nicht-Dauerwell-Friseurin!“, Julia Beckers, Salon Blondes Gift in Aachen

Dauerwellen? Nein, danke! Ich mochte sie schon zu Beginn meiner Ausbildung nicht. Ob Langzeitstyling oder Dauerwelle; diese Behandlung erfüllt für mich einfach nicht den Zweck, den sie eigentlich erfüllen sollte. Nach 4 Wochen ist das Volumen da, wo es sich die Kundin eigentlich wünscht – nämlich am Ansatz – wieder weg. Und was dann? Es gibt heute wirklich unkompliziertere Stylingmethoden und kreative Möglichkeiten als die Dauerwelle, um Volumen oder Bewegung ins Haar zu zaubern. Natürlich ist das alles abhängig von dem Klientel im Salon. Meine Kundinnen bevorzugen weiche "Undone"-Looks. Da werden gerade jetzt für Frühjahr/Sommer Wellen oder Locken gewünscht, die aussehen wie vom Strand. In sozialen Netzwerken zeigen junge Mädchen, wie Sie sich Haarsträhnen um Buntstifte in verschiedenen Größen wickeln, oder wir kreieren Wellen beim Trocknen der Haare mit den Fingern. Nichtsdestotrotz beherrsche ich die Techniken noch. Ich muss sie schließlich meiner Auszubildenden beibringen. Bei aller Abneigung: Kommen neue Produkte auf den Markt, bin ich die Erste, die sie ausprobiert. Und wer weiß, vielleicht wird mich eine Neuheit überzeugen?!

Locken-Favorit bislang: Stylingwellen!

„Meine Kundinnen möchten flexibel bleiben.“, Evangelia Stefanou, Salon Catwalk in Lüdenscheid

Viele meiner Kundinnen sind sehr modebewusst und wollen die angesagten Beach Waves und Locken. Aber sie möchten auch flexibel bleiben. Sie switchen gern bei Farbe und Styling. Daher geht es bei uns im Salon in erster Linie um Umformung mit den neuen Lockeneisen. Diese Locken halten zwar nur bis zur nächsten Wäsche, aber dafür legen sich die Frauen nicht fest. Sie bleiben variabel, was die Haarstruktur angeht. Ihr Fokus liegt eher auf der tollen Haarfarbe. Warum sollen sie sich bei der Haarstruktur dauerhaft festlegen, wenn sie vielleicht morgen schon wieder den Sleek-Look im regenbogenfarbenen Haar tragen möchten?





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