„Die Friseurbranche kann sich nur ändern, wenn jeder Einzelne von uns sich ändert!“

Neues Jahr, neues Jammertal? „Ich finde keine Mitarbeiter“, „Meine Kunden kommen nicht zum vereinbarten Termin“, „Der Billigsalon um die Ecke nimmt mir meine Kunden weg“. FMFM-Artist Chris Mattick sagt ganz klar „Nein zum Nörgeln!“. Denn nur wer selbst aktiv wird, hat Erfolg! Was wohl seine Kolleginnen und Kollegen davon halten? Nachzulesen in unserer kleinen virtuellen Talkrunde!

Oben Links: Fiol Thormann, Mitte: Chris Mattick, rechts: Tarik Ari, unten links: Ralph Hoffmann

Oben Links: Fiol Thormann, Mitte: Chris Mattick, rechts: Tarik Ari, unten links: Ralph Hoffmann

Chris Mattick: Ich finde, wir sollten uns ändern!!! Kein Kunde, kein Azubi, kein Mitarbeiter, böses Finanzamt…Ja, und jetzt?? Der einzige Mensch den ich proaktiv ändern kann, bin ich selber!!! ICH übernehme Verantwortung! Das sollte die Kampagne sein, um unsere Branche aus den Negativschlagzeilen zu befreien. Ich finde keine Mitarbeiter? Dann werde ich attraktiv! Mein Azubi bekommt zu wenig Geld? Dann finde ich einen Weg, der es möglich macht, mehr zu bezahlen! Billigsalons sind störend? Dann arbeite ich halt so, dass die gar kein Thema sind, mein Kunde zeigt keine Manieren bei der Einhaltung von Terminen? Dann bringe ich ihm eben Manieren bei! Wie das alles gehen soll? In jedem Salon anders, weil jeder Salon anders ist! Ich versuche ständig, meine Führungsideen weiter zu entwickeln und zu modernisieren. Jeder Mitarbeiter hat ein Hirn und eine Meinung. Jeder steuert was bei, jeder ist wichtig. Nur den ersten Schritt, das Zulassen von kohäsiven Strukturen und das Übernehmen von Verantwortung, den muss ich selbst gehen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte steinigt mich jetzt nicht, ich respektiere euch alle aus tiefstem Herzen, aber Veränderung beginnt immer bei mir selbst!

Tarik Ari: Chris, da hast du schon recht, aber für einen allein ist die Last auf der eigenen Schulter viel zu viel, die vielen Probleme lassen sich nicht alleine stemmen. Als Salonunternehmer tragen wir sehr, sehr viel Verantwortung in unserer Branche.

Chris: Tarik, du bist noch jung, aber der Gedanke ist alt. Mit der Gründung der ersten Verbände haben wir diese Verantwortung abgegeben. Du kannst deinen direkten Wirkungskreis alleine ändern. Sei du das leuchtende Beispiel und inspiriere andere, es dir gleich zu tun. Lass` uns nicht darauf warten, bis politische Werkzeuge für uns was ändern. Wie ihr alle seht, wartet ihr da ewig!

Tarik: Chris, ich bin gerade dabei, die Kunden auszusortieren, die sich nicht benehmen und mir durch Nichterscheinen Schaden zufügen. Zum Glück bin ich in der glücklichen Position, dies zu tun, aber es gibt genug Betriebe, die ums Überleben kämpfen, wo es nicht so einfach ist, aber ich bin mal gespannt, was sich in den nächsten Jahren so ändert. Ich erinnere mich sogar, dass sich vor Kurzem ein Kunde entschuldigt hat, nachdem er von mir keinen Termin mehr bekommen hat. Das ist doch schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube, die junge Generation ist da viel unkomplizierter und wird noch vieles auf die Beine stellen. Vielleicht hat die rostige Innung dann mal Lust, sich von uns schulen zu lassen.

Fiol Thormann: Chris, ich finde die Einstellung sehr gut! Aber wie hilft das jetzt, damit unsere Branche ein besseres Image bekommt? Natürlich hast du Recht und ich sehe das auch so, aber das Image der Friseure ist schlecht und das ist ein Problem.

Tarik Ari: Fiol, dies liegt aber an unseren Vorgängern, weil jeder die Azubis ausgesaugt hat! Ich werde meinem Azubi, der demnächst bei uns arbeitet, mehr als den Tariflohn zahlen, weil er ansonsten unmotiviert arbeitet.

Ralph-Joachim Hoffmann: Chris, ich gebe Dir völlig Recht. Die Veränderung beginnt immer bei mir selber! Wichtig finde ich nur den Austausch untereinander, denn wie Du sagst: jeder hat eine völlig andere Herangehensweise. ich für meinen Teil liebe es aber, über den Tellerrand hinauszuschauen und von spannenden Ideen meiner Kollegen zu lernen. Denn so kann ich mich viel besser weiterentwickeln als mit der "Ich mach alles alleine" Brille.

Chris Mattick: Ralph, das ist sehr freundlich! Ich möchte mich berichtigen. Ich will niemanden zur „Ich mach` alles alleine-Methode“ verleiten. Gemeinsam sind wir stark. Jedoch die Thematik, wie wir selbst mit unserem Salon attraktiv werden, liegt in unserer Hand. Sehr respektvoll meine ich für uns alle!

Fiol Thormann: Oh ja das stimmt... Ich wurde selber ausgesagt - und wie! Aber ich liebe meinen Job, obwohl ich mir vieles gefallen lassen musste. Jetzt als Chefin mache ich alles besser und lerne immer dazu. Übertariflich bezahle ich auch und tue alles, damit meine Mitarbeiter motiviert und zufrieden bleiben. Bis die Salontür am Abend abgeschlossen wird…

Chris Mattick: Fiol, aber wir können doch unser Image selbst verbessern. Tut Gutes und redet darüber! Erzählt es euren Kunden und allen, wie ihr euch entwickeln wollt. Das zieht schon Kreise!

Tarik Ari: Fiol, so muss es auch sein und unser Image ändert sich vor allem dann, wenn auch DEIN Image gut ist!

Chris Mattick: Siehst du, Tarik. Der erste Schritt ist jetzt schon gemacht!

Tarik Ari: Chris, ich sage diese Worte immer und hoffe, dass möglichst viele sie sich auch zu Herzen nehmen! Jeder einzelne von uns  und wir gemeinsam müssen für Nachwuchs sorgen!

 



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