Jessy`s Barber Girls im Zeichen des Herrn

Wer sie sieht, weiß, dass Mainstream ihre Sache nicht ist. Jessica Hartsoe, besser bekannt als Jessy, rollt seit rund 2 Jahren die Barberszene auf – und wickelt dabei selbst die härtesten Jungs um den Finger! Kürzlich haben die Denman-Botschafterin und ihre Barber Girls ihren Unisex-Salon für immer geschlossen und setzen ganz und gar auf Männer. In einem kompletten Haus, in dem der männliche Kunde zwar König, aber Jessy selbst Kaiserin ist.

Jessy (links, rosa Haare)  setzt mit Mitarbeiterin Fee (rechts) auf echte Kerle!

Jessy (links, rosa Haare) setzt mit Mitarbeiterin Fee (rechts) auf echte Kerle! © Jessy

Herzlichen Glückwunsch zur Eröffnung deines neuen Herrenhauses, Jessy. Erzähl, wie kam es dazu?

Jessy: In meinem alten Salon in Waghäusel hatte ich auch schon einen eigenen Bereich für Männer. Räumlich getrennt waren Damen- und Herrenbereich also schon immer. Aber jetzt habe ich das Damengeschäft komplett aufgebeben und den Laden geschlossen. Direkt gegenüber des alten Salons habe ich ein Haus gekauft und erfülle mir dort mit dem ganzheitlichen Konzept „Jessy’s Barber Girls“ einen Traum: ich bzw. wir bedienen nur noch Männer. Dabei bieten wir das volle Beautyprogramm, vom Haarschnitt über die Maniküre bis zur coolen Klamotte.

 

Moment, ein reines Haus für Männerstyle in Waghäusel? Nicht Berlin, nicht London, sondern Waghäusel. Was ist da los?

Jessy: Dort fühle ich mich einfach wohl! Im Grunde liegen wir recht zentral zwischen Stuttgart und Frankfurt. Und unsere Stammkunden kamen schon immer von weiter her und nicht nur aus dem Dorf; aus Freiburg, Stuttgart, Ulm... Besonders die Extremeren. Die mögen es, dass sie zu uns fahren und sich hier eine Art Auszeit nehmen. Es ist ohnehin für sie eine Reise in eine andere Welt, weil wir kein normaler Salon sind. Ich sag immer: „Wir sind total bekloppt.“

Viel Platz, viel Spaß

Männersache

Bekloppt vielleicht. Aber auch geschäftstüchtig, oder?

Jessy: Ich bin seit vier Jahren Barber, meine Kollegin Fee macht seit rund 2 Jahren nur noch Männer. Und ich habe gemerkt, dass Schulungen und das Arbeiten auf der Bühne voll mein Ding sind. Außerdem war ich in den vergangenen Jahren immer unzufriedener mit den Damenprodukten. Zu viel Chemie. Und dazu noch das Problem, gute Mitarbeiter zu finden. Keine Ruhe mehr, was dazu führte, dass wir im September schon bis Dezember ausgebucht waren. Das hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Dann, an einem Tag, nachdem wir unser erstes 50er-Jahre Festival gerockt hatten und ich die Sachen einpackte, war mir plötzlich klar: „Ich hör auf und mach nur noch Männer!“ Daraufhin hat mein Mann auch seinen alten Job hingeschmissen und sich entschieden, bei mir einzusteigen.

Mode der 20er bis 60er-Jahre

Style von Kopf bis Fuß

Ist er auch Barber?

Jessy: Nein! Er hat im Erdgeschoss des Hauses den Klamottenladen „Neuzeitkavalier“ aufgemacht. Dort gibt es richtig geile Mode für Männer im Stil der 20er- und 60er-Jahre. Sachen, die in Deutschland hergestellt werden und eine super Qualität bieten. Im Obergeschoss ist der Barbershop „Jessy’s Barber Girls“. Wir arbeiten dort derzeit nur zu zweit, Fee und ich. Daher haben wir nur 3 Bedienplätze und einen Reserveplatz. Das ist klasse, wir haben ganz viel Platz, und ich kann endlich atmen. Eingerichtet haben wir uns komplett im Vintage-Style: meine geliebten Chesterfield-Sessel, viel Holz und Retro-Charme. Sehr gemütlich und gar nicht so sehr Rockabilly, das wäre mir zu hart. Außerdem haben wir eine Bar eingebaut und können die Räume super für Seminare nutzen.

Grooming-Lounge

Männer-Wellness

Was macht ihr jetzt anders als vorher?

Jessy: Barbershops sprießen ja wie Pilze aus dem Boden. Wir bieten unseren Kerlen aber das komplette Wohlfühlprogramm. Bärte sind irgendwann wieder aus der Mode, aber Männerpflege wird immer „in“ sein! Klar sind Rasur und Bart auch bei uns im Programm, aber eben noch viel mehr als das: Maniküre, Massagen, Hautmasken, Augenpads gegen Tränensäcke. Die ganze Palette der Pflege, die Männer niemals unter den Augen von Frauen in Anspruch nehmen würden. Das kommt an. Weil Männer einfach viel mehr als früher auf sich schauen und gepflegt sein wollen. Die Preise sind da fast kein Thema. Da sind schnell mal 50 Euro und mehr ausgegeben.

 

Aber ihr seid doch Frauen...?!

Jessy: Ja klar, aber wir sind ja nicht normal! (lacht) Wir können mit den Männern. Vor uns haben die keine Skrupel. Im Gegenteil: Du ahnst gar nicht, was die hier alles erzählen und wie offen sie sind. Von wegen Männergespräche – wir reden schließlich auch über Sex! Einer unserer Kunden hat mal den geilen Spruch gebracht: „Es ist schöner, in eine rasierte Frauenachsel zu schauen als in eine Männerachsel.“ So ist das bei uns. Wir lieben die Männer und die lieben uns.

Chillen & Stylen

Jessy's Barber Girls auf Expansionskurs

Und jetzt habt ihr den Plan, mit Jessy’s Barber Girls zu expandieren. Ihr sucht Mitstreiterinnen, wie ich auf eurem Flyer lese.


Jessy: Ja, ich möchte das Konzept tatsächlich in Form von Franchise multiplizieren.

 

Aber Jessy ist Jessy. Wie sollten denn die Interessentinnen für das Konzept aussehen? Wie sollen sie sein?

Jessy: Klar ist: Weder Tattoos noch bunte Haare sind Voraussetzung! (lacht) Aber das blonde Püppchen passt halt auch nicht. Frauen, die sich für Jessy’s Barber Girls interessieren, müssen was können und lieben, was sie tun. Handfest sollten sie natürlich auch sein. Der Plan ist, dass wir zunächst bis zu 2 Wochen bei mir im Salon zusammenarbeiten und dort auch die Schulungen stattfinden. Dann unterstützen und begleiten wir die Kolleginnen an ihrem Standort im Barbershop. Das ist schwierig, solche Frauen zu finden, aber ich bin sicher, dass es sie gibt. Und sie werden von allein kommen, wenn es passt.

 

In einem Markt, der so von Frauen dominiert wird wie der Friseurmarkt, sollten sicher auch künftige Barber Girls vorhanden sein. Oder? Da gilt es nur, sie zu finden, die wilden, bunten und tollen Frauen, die ihre Passion im boomenden Barber-Business suchen und ausleben möchten. Wir wünschen Jessy und ihrer Mädelsbande viel Glück!

Jessy





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