Föhn trifft Fetisch: Dyson jetzt beim Friseur

Schon beim Wort „Produktverkauf“ kriegt ihr die Pockenpest? Dann dürfte euch diese Story ordentlich jucken! Friseurunternehmer Stefan Lupp, genannt Lupo, verkauft seinen Kundinnen im Salon Föhne für 399 Euro das Stück. Und das sogar ziemlich erfolgreich. Zugegeben, es ist natürlich nicht irgendein Haartrockner, sondern der Fetisch der Branche: der Dyson. Wir haben Lupo zum Thema Verkaufstalent, zu seinem Auge für Innovationen und der typischen Dyson-Kundin befragt.

Er hat ein Auge für Innovationen: Stefan Lupp

Er hat ein Auge für Innovationen: Stefan Lupp © Lupo / Beautypress

Lupo, seit Dezember 2018 hast in deinen Düsseldorfer Salons den ‚Föhn aller Föhne’ für 399 Euro im Angebot. Viele Kollegen geraten bereits beim Verkauf eines Shampoos für 12 Euro in eine echte Krise. Verkaufst du die Föhne wirklich?

Lupo: Ja, wir gehören zu einer Handvoll Salons in Deutschland, die den Föhn verkaufen dürfen. In Düsseldorf bin ich sogar der erste. Unsere Kundinnen sind extrem interessiert daran und der Verkauf wird stetig besser.

 

Und das für stolze 400 Euro, die das Ding kostet. Wie erklärst du dir den Hype um den Dyson Föhn?

Lupo: Meinen Kundinnen geht es wie mir: sie sind einfach total interessiert an diesem Föhn und wollen ihn im Prinzip sofort haben. Die Anziehungskraft und Faszination für den Dyson Supersonic ist in etwa vergleichbar mit Marken wie Apple, Tesla, Thermomix oder Icos. Alle kennen den stylischen Staubsauger, mit dem die Marke gestartet ist. Er galt und gilt als extrem innovativ, qualitativ hochwertig, im Design wegweisend und einzigartig. All das übertragen die Kunden natürlich auf den Haartrockner. Mit diesem Föhn verkauft man ein Gefühl.

 

Ein teures Gefühl...

Lupo: Natürlich! Aber wer hätte denn vor 10 Jahren gedacht, dass Kundinnen ein Glätteisen für 200 Euro kaufen würden, weil es schonender fürs Haar ist? Wohl keiner. Und dann kam der Hype in die Salons und die Frauen kauften sie. Olaplex ist ebenfalls so ein Beispiel. Eine Miniflasche für 30 Euro? Auch die kann ich verkaufen, wenn mir als Friseur Haarqualität wichtig ist. Ähnlich ist es mit dem Dyson Föhn. Dieser Haartrockner erschließt eine völlig neue Nische. Imagemäßig, aber auch in der Qualität. Ich selbst arbeite mit der Professional Edition für Friseure im Salon. Dort erleben die Kundinnen am eigenen Leib, wie groß der Unterschied zu früher ist. Das Föhnen geht jetzt doppelt so schnell und es ist deutlich geräuschärmer. Außerdem sind die Haare dank des Hitzeschutzes super gepflegt. Und das Design ist auch unschlagbar gut. Dieses Produkt ist einfach ein Fetisch.

 

Aber kein friseurexklusiver Fetisch. Die Marke gibt es auch in Luxuskaufhäusern wie Breuninger und Co., ebenso bei Saturn. Warum kaufen die Frauen den Föhn bei dir?

Lupo: Weil sie bei mir neben dem Föhn-Erlebnis auch die ehrliche Beratung bekommen! Eines ist ja klar: dieser Föhn ist ein Luxusprodukt. Den kauft nicht jede Kundin. Aber ausnahmslos alle Frauen mit Beauty-Affinität hätten ihn gern! Und ich bin überrascht: Selbst wenn viele der wirklich interessierten Kundinnen sagen: „Ich möchte noch mal drüber schlafen“; am Ende kaufen ihn 10 von 100 beim nächsten Friseurbesuch tatsächlich. Bei Saturn bezahlen sie denselben Preis wie bei mir. Aber das Gefühl, mit dem sie ihn bei uns im Salon kaufen, ist ein anderes. Das ist bei solch einem Produkt das Entscheidende.

 

Viele deiner Kollegen behaupten beharrlich: Ich bin Friseur, kein Verkäufer! Bist du auch jenseits der Dyson-Mania ein Verkaufstalent?

Lupo: Ich denke schon. Mein persönlicher Verkaufsanteil liegt bei ca. 20-25%. Der meines gesamten Teams bei ungefähr 15-20%.

 

Das ist deutlich über dem Branchendurchschnitt. Wie erklärst du dir den erfolgreichen Verkauf?

Lupo: Das liegt ganz sicher daran, dass ich immer die Lücken im System suche und nach besonderen Innovationen Ausschau halte. Wir arbeiten nicht nur mit einer Firma zusammen. Ich bin unterwegs, tausche mich viel mit Kollegen aus, habe meinen Blick für wirkliche Neuheiten in der Branche durch Erfahrung geschult. Außerdem arbeite ich auch kreativ außerhalb des Salons, mache eigene Kollektionen und bin z.B. als Backstage-Stylist bei der Fashion Week im Einsatz. Da bekommst du mit, wie die Beautybranche tickt und was gerade neu ist. Über weltweit aufkommende Hypes informiert mich allerdings auch mein Mann, der als Flugbegleiter international unterwegs ist. Er erzählte mir, dass mindestens jede zweite Flugbegleiterin den Dyson Föhn benutzt. Da musste ich den einfach haben! In Düsseldorf war ich der erste, der damals Olaplex im Angebot hatte - jetzt bin ich Pionier mit Dyson.

Lupo / Beautypress





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