Sind Barber bessere Herrenfriseure?

Sicher: Barber boomen. Dennoch besteht der Großteil der Republik immer noch aus Unisex-Friseuren. Und die schneiden auch Männer. Sind die etwa schlechter als ihre Kollegen in den reinen Männer-Universen? Wir haben für unsere Serie „Nachgefragt!“ bei zwei Profis gelöchert, die es wissen müssen: Attila Can und Ralph-Joachim Hoffmann. Hier ihre spannenden Statements.

Zwei, die sich verstehen: Attila Can und Ralph-Joachim Hoffmann

Zwei, die sich verstehen: Attila Can und Ralph-Joachim Hoffmann © Can/Hoffmann

Attila Can, Bremen

"Der Männermarkt ist ein super Geschäft, das ist schon lange kein Geheimnis mehr. Männer wollen mehr und da trifft das Konzept des Barbiers den Nerv der Zeit. Sie verkörpern ein rundum Paket und schaffen eine besondere Atmosphäre für den Mann. Bis auf das Salonkonzept gibt es für mich aber keinen Unterschied zwischen einem Friseur und einem Barbier. Da wir den gleichen Beruf ausüben unterscheidet sich unser Handwerk nicht. Ich finde, man sollte nicht nur klassisch oder modern arbeiten, sondern einen guten Mix aus beidem finden – und es vor allem beherrschen! Meine Kunden bekommen von klassischen Messerhaarschnitten mit dem Rasiermesser bis hin zu modernsten Schneidetechniken alles geboten. Unser Anspruch an unsere Handwerkskunst sollte, neben der Zufriedenstellung des Kunden, generell immer die höchste Priorität haben. Ob ich mich dabei Barbier oder Friseur nenne, ist im Grunde egal."

 

Ralph-Joachim Hoffmann, Heilbronn

"Auf jeden Fall haben die Barber es geschafft, innerhalb kürzester Zeit einen berechtigten Platz in der Friseurwelt zu ergattern. Viele „Unisex“-Friseure sind im Herrenfach nicht richtig ausgebildet. Das wird sträflich vernachlässigt. Auch wir sehen das immer wieder bei neuen Gästen, die zum ersten Mal zu uns kommen. Der Mann mag eher eckige Schnittführungen, die den Kopf nicht so rund und voluminös aussehen lassen. Das beherrscht ein gut ausgebildeter Barber in Perfektion! Natürlich kann das auch ein gut ausgebildeter „Unisex“-Friseur leisten. Aber er muss sich des Themas konkret annehmen und nicht denken: „Das wird schon werden…“. Für mich und meine Mitarbeiter bin ich da seit Jahren aktiv. Übrigens schon lange vor der Barber-Welle, die uns, so bin ich überzeugt, noch eine ganze lange Weile begleiten wird."

Can/Hoffmann





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