Calligraphy Cut: Marketing-Schmu oder top Haarschneide-Tool?

Seit der Calligraphy Cut in der Höhle der Löwen zum „One-Million-Dollar-Deal“ avancierte, geht es ganz schön rund in der Friseurszene! In Friseur-Foren wetzen Calligraphen- und klassische Messer-Fans zeitweise ganz schön kontrovers die Klingen. „Reine Abzocke“, sagen die einen. Von „hoch emotionalen Haarschnitt-Erlebnissen“ sprechen die anderen. Wir haben überzeugte Calligraphy-Friseure gefragt: Was ist wirklich dran, am Haarschneide-Tool Calligraphen? Und vor allem: Was sagen eure Salonkunden?

Auf Messers Schneide: Das sagen Profis zum Calligraphen

Auf Messers Schneide: Das sagen Profis zum Calligraphen © Calligraphy Cut

Hier sind ihre Statements:

Astrid Steinhoff

Astrid Steinhoff, Saloninhaberin aus Reutlingen

Der Calligraph ist ein hervorragendes Instrument, um Außergewöhnliches zu erreichen. Für mich ist Calligraphieren wie Musizieren mit dem Haar. Mit diesem Tool schneiden wir das Haar schräg an - vergleichbar mit dem fachgerechten Schnitt eines Blumenstengels. Ich bin begeistert, dass im neu entwickelten CALLIGRAPHEN THE 21 der 21-Grad Winkel fest vorgegeben und eingebaut ist, sodass wir das Haar garantiert in einem konstanten Winkel schneiden können. Für mehr Bewegung im Haar, springende Locken, „tuffigen“, weicheren Fall, „Fluffigkeit“ und mehr Fülle im Haar ist der Calligraph das perfekte Instrument. Ich gebe dem Haar dabei eine Richtung, in die es fallen soll. Durch den absolut glatten, sauberen Abschnitt des Haares ist die Schnittfläche nicht rissig, sondern glatt. In Kombination mit hochwertigen Pflegeprodukten wird dadurch die Splissbildung verhindert. Ich möchte auf den Calligraphen nicht mehr verzichten, da er meine Möglichkeiten als begeisterte Haarschneiderin deutlich bereichert und erweitert. Bei uns kostet ein Schnitt mit dem Calligraphen 15 Euro mehr als ein „normaler“ Haarschnitt. Warum? Es handelt sich um besondere Technik, die erst in den Händen eines Könners zu einem Kunstwerk wird. Spezielle Schulungen befähigen unsere Mitarbeiter, das Instrument sanft wie einen Kalligraphie-Stift über das Haar zu schwingen. Außerdem ist die Anschaffung des Calligraphen nicht günstig und es werden spezielle Klingen benötigt.

Uli Gleich

Uli Gleich, Saloninhaber aus Rheindahlen

Ich arbeite seit 6 Jahren mit dem Calligraphen und bin auch Gold Trainer für den Calligraphy Cut. Schere und Calligraph stehen für mich als völlig eigenständige Arbeitsmittel nebeneinander. Mir als Friseur gibt der Calligraph im Salon jedoch eine völlig neue kreative Freiheit; ich bin regelrecht süchtig danach. Weil es mit dem Calligraphy Cut kein „wie immer“ gibt. Ich frage die Wünsche meiner Kundinnen und Kunden in der Beratung sehr konkret ab und gehe dann ganz gezielt auf die Bedürfnisse ein. Dadurch ich kann sicher sein, dass die Kundin die Haare zu Hause genauso stylen kann wie ich im Salon; oft sogar mit den Fingern! Auch bei Herrenhaarschnitten setze ich den Calligraphen ein. Vor allem Bombage-Looks sind dann deutlich einfacher zu stylen. Und meine Kunden sehen einfach auch nach vielen Wochen noch toll aus. Dadurch habe eine wahnsinnig hohe Kundenzufriedenheit. Gleichzeitig kann ich einen Calligraphy Cut extrem gut nacharbeiten, weil ich in der Frisur „lesen“ kann, wie das Haar beim letzten Mal geschnitten wurde. Beim Scherenschnitt erahne ich immer nur, wie der Haarschnitt des Vorgängers erarbeitet wurde. Laut einiger Kunden ist der Schnitt selbst schon ein sinnliches Erlebnis, weil das Schneiden im 21-Grad-Winkel einen Schwingungsimplus bis zur Haarwurzel gibt. Ganz anders als das fiese Ziepen bei einem Messerschnitt. Manche genießen den Calligraphy Cut wie eine Kopfmassage. Allerdings muss das Haar dafür länger als ein Finger dick sein. Neben zu kurzem Haar rate ich auch weiß blondiertem Haar oder dauergewelltem Haar vom Schneiden mit dem Calligraphen ab, weil das Haar keine eigene Spannkraft und Elastizität mehr hat. Seit der Sendung am 4. September habe ich täglich zwischen 5-10 Anfragen von Neukunden im Salon, die aufgrund des Calligraphy Cuts zu uns kommen möchten.

Ute Ganser-Koll

Ute Ganser-Koll, Saloninhaberin aus Bergheim

Ich habe den Calligraphen erst im Frühsommer bei einem Seminar der Barber Angels kennengelernt. Einerseits ist er in Funktion und Handhabung völlig anders als ein Messer, andererseits tun sich tatschlich die Kollegen schwer damit, die vorher noch nie mit einem Messer gearbeitet haben. Mich hat dieses Tool total überzeugt. Ich nutze ihn bei ca. 15% meiner Kunden. Ich kann dem Haar tatsächlich vorgeben, in welche Richtung es fallen soll. Und selbst meine langjährigen Kunden, die schon immer mit meiner Arbeit zufrieden waren, erleben jetzt den Unterschied. Sie sagen, dass das Styling zu Hause viel einfacher sei als bei einem Scherenschnitt und dass das Haar besonders toll falle. Außerdem habe ich durch Werbung mit dem Calligraphy Cut über Facebook und den Salonfinder der Calligraphy-Website rund 10 % Neukunden gewonnen. Es gibt so ziemlich keine Technik, die ich im Laufe meines Berufslebens noch nicht erlernt habe und ich bin überzeugt, dass alle Werkzeuge – vom Pointer über den Effilierer, das Messer, die normale und heiße Schere – ihre Berechtigung haben. Doch der Effekt des Calligraphen ist tatsächlich einzigartig. Und ich war vorher wirklich kritisch! Allen, die sich negativ über diese Methode äußern, ohne sie zu kennen, sollten sie einfach selbst ausprobieren und erleben, bevor sie unzutreffende Vergleiche anstellen. Ich persönlich freue mich darüber, dass dank Frank Brormann der Friseurberuf in den Medien und bei den Kunden nach den vielen Negativschlagzeilen endlich mal wieder auf positive Resonanz stößt. Ich habe noch nie so viele Anrufe im Salon bekommen wie derzeit. Und ich bin noch niemals auf eine bestimmte Dienstleistung so häufig angesprochen wie auf den Calligraphy Cut seit der Ausstrahlung der Sendung „Die Höhle der Löwen“.

Calligraphy Cut





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